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Rezension

"Die Auswahl" von Brigitte Hermann                             ISBN 978-3-527-50864-8        

Folgend den technologischen, wirtschaftlichen wie auch gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen unserer Zeit erlebt auch der Arbeitsmarkt und seine AkteurInnen hautnah eine Auseinandersetzung mit deren Effekten. Transdisziplinäre, intergenerationale, internationale und kurzweilige Projektteams, permanent präsente Flexibilität und Digitalisierung der Arbeits- und Lebensräume sind nur wenige davon und ihre Auswirkungen weder durchgehend erforscht noch den AkteurInnen annähernd bekannt. Diesen Umstand will Brigitte Herrmann mit ihrem Buch „Die Auswahl “, das im Frühling 2016 beim Wiley Verlag erschienen ist, ein Stück weit verändern und die Potenziale aller Beteiligten noch mehr ins Licht rücken. Dazu greift die langjährige Talentsucherin und Beraterin auf ihre Expertise als auch ihre Zuversicht in die Wirksamkeit des Individuums zurück, die von diversen Studien zu individuellen Entwicklungsmöglichkeiten und Karrierewegen flankiert werden. Gewissenhaft und fokussiert schwenkt die Autorin ihren Blick auf die Herausforderungen der Arbeitswelt hinsichtlich der Personalauswahl und der Nachhaltigkeit dieser. Im Ergebnis finden Sie in ihrem Buch - ob als ein/e PersonalentscheiderIn, ein/e KandidatIn oder ein/e Business Coach im Auswahlverfahren aktiv - etliche Anregungen zu:

# eigener Haltung und Methodik der unternehmerischen Auswahl von KandidatInnen, die Ihr Unternehmen auch künftig tragen können werden,
# stärkenorientierter Positionierung auf dem Arbeitnehmermarkt oder auch
# einem Perspektivenwechsel und den Blick in den Alltag der PersonalerInnen.

Inhaltlich betrachtet ...

Mal aus meinr Perspektive (es handelt sich hier um ein Beispiel der Rezensentin) Stellen Sie sich vor, in wenigen Minuten ein Gespräch mit zwei KandidatInnen für eine Führungsposition in Ihrem Unternehmen durchführen zu müssen. Lassen Sie uns annehmen, dass Sie keine Fotografien von den beiden Personen erhalten haben und aus den Bewerbungsunterlagen dieser eine ähnliche Kompetenz hervorgeht. Nun betreten Sie den Besprechungsraum und begrüßen den ersten Kandidaten: ein junger Mann, helles und gut frisiertes Haar, grauer Anzug und strahlendes Gesicht, durch klare und tiefe Töne seiner Begrüßung unterstrichen. Sie führen das Gespräch durch, sind vielleicht von seinem Selbstbewusstsein und all seiner internationalen Erfahrung angetan (?) Ein paar Minuten nach dem ersten Gespräch erscheint die zweite Kandidatin: eine etwas ältere Frau, im Kopftuch und etwas korpulent, ein langes Kleid und leise Stimme erklimmen aus ihrem freundlichen Gesicht. Das Gespräch verläuft ..., ja wie? Wie offen sind Sie noch, wie neugierig die Potenziale dieser Person zu erkunden? Wer hat nun bessere Chancen aus Ihrer Perspektive, diese Position in Ihrem Unternehmen zu übernehmen?
Absichtlich plakativ, wenn nicht sogar heftig, oder? Dabei könnten wir das Bild bezogen auf das soziale Geschlecht, das Gewicht, die Kleidung oder die Lebenserfahrung, die Nation, die Religion oder auch die sexuelle Vorliebe beliebig verändern. Fest steht, dass wir alle mit Bildern ausgestattet sind, die unsere Wahrnehmung stark (positiv wie negativ) beeinflussen und auch unsere GesprächspartnerInnen z.B. um ihre Einstellungschancen berauben. Und zwar ohne dass wir stets darüber im Klaren sind. Um dem entgegenzusteuern führt Brigitte Herrmann am Anfang ihres Buches eine Analyse des Rekrutierungsmarktes (Teil I) in Deutschland durch. Die dort gefundenen Engpässe, unter anderem eben in Form von stereotypen Denken und Handeln (sowohl intern wie nach außen), von unklarer Kommunikation, Ausschreibungen wie Zuständigkeiten, als auch Verschlossenheit gegenüber Diversität und Quereinstieg will sie mit Selbstreflexion der PersonalerInnen und ganzer Unternehmensführung hin bis zu dem Überdenken des Arbeitgebermarkts zum Arbeitnehmermarkt (Teil II) auflösen. Und zwar auf Augenhöhe, die neben einem respektvollen Umgang miteinander Transparenz, Partizipation und Symmetrie der Kräfte zu pflegen weiß.

Die Notwendigkeit eines solchen Wandels begründet die Autorin zum einen mit der Alterung unserer Gesellschaft und dem Mehr-Generationen-Mix in der Arbeitswelt. Das (begrüßenswert, wenn auch noch nicht flächendeckend steigende) Bewusstsein der jüngeren Generation über ihre Ziele, Stärken wie auch Potenziale, die sie in ihrer Aufgabe verwirklichen will, ist dabei nicht immer einfach mit den Erfahrungswerten der älteren KollegInnen zu integrieren. Zum anderen sei die Technologisierung die Grundlage (und Chance zugleich) einer bewussten (Paradigmen-) Veränderung, die sich auch in der Arbeitswelt durchzieht und noch besser genutzt werden könnte. Wie? Neben der populären Initiativen wie der Dokumentarfilm „Augenhöhe“, Publikationen zu „Unternehmensdemokratie“ oder „Neuer Arbeit“ (´New Work´), nennt Brigitte Herrmann ein paar weitere Initiativen und erfolgreiche Projekte, damit auch Wege für eine wertschätzende = wertschöpfende Haltung (Teil III) als zukunftsweisend in der Welt der Personalauswahl. Es werden außerdem konkrete Handlungsempfehlungen, präventive Maßnahmen und sowohl Selbst- als auch gegenseitiger Respekt genannt, der einer kooperativen Begegnung und einer passenden Suche und Auswahl von MitarbeiterInnen dienen können. Nicht nur das, laut der Überzeugung der Autorin können diese Faktoren die intrinsische Motivation und diverse Potenziale der adäquat eingesetzten Menschen auch nach der Besetzung einer konkreten Stelle ausleben lassen.  Was in den aktuellen Verfahren und Methodenauswahl nicht immer der Fall sei. Als besonders hilfreich werden hierfür u.a. Positive Psychologie, das Konzept des Charakters, der Signaturstärken oder das Humanpotentialförderndes Personalmanagement erwähnt, die durch Unternehmen integriert zu einem Mehrwert auf dem Arbeitnehmermarkt führen können.
Der Eindruck während und nach der Lektüre?

Leicht geschrieben und authentisch! Mit vielen praktischen Beispielen ausgefüllt, die das fesselnde Potenzial aufweisen und den Leserkreis mit konkreten Bildern zu den jeweiligen Arbeitsstellen und Menschen hin begleiten, bestätigt die Lektüre diverse Erfahrungen und Überzeugungen der erwähnten AdressatInnen. Ihr Mehrwert besteht dennoch darin, zum Nachdenken anzuregen, wenn man/frau die Auswahlverfahren und die Betreuung von MitarbeiterInnen nachhaltig und klug gestalten will. Dabei unter-stützend wirkt nicht nur der Einblick in die unterschiedlichen Perspektiven und den Alltag der AkteurInnen, sondern auch die dargestellte Methodenvielfalt. Die wenige Kritik an das Buch dürfte die anklingende Idealisierung von Individualisierung in der Arbeitswelt (vgl. hierzu die Forschung von Cornelia Koppetsch) als auch der Ausmaß der verwendeten Anglizismen erfahren.

Abschließend möge ein Zitat, welches auch in dem Buch verwendet worden ist, „Die Auswahl“ zusammenfassen: „Jeder ist ein Genie. Wenn Du aber einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist “ (Albert Einstein). In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine spannende Lektüre und gelungene Auswahl! Am besten per Buch7 die soziale Buchhandlung online.

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Wenn das alte Jahr erfolgreich war, Mensch freue dich aufs neue,
 und war es schlecht, ja - dann erst recht.
    Karl-Heinz Söhler
 
 Sehr geehrte Damen und Herren,
 Liebe Freunde und Freundinnen,
 
ein Jahr neigt sich seinem Ende zu und in seinen letzten Stunden angekommen möchte ich Ihnen & Euch für die gemeinsamen Stunden und Minuten, spannenden Projekte und Gespräche, klassischen Gesang und schlichten Spaß herzlich danken und Ihnen wie Euch für die kommenden 8784 Stunden des  Jahres  2016 viel Gesundheit, Frieden und Erfolg wünschen.
 
Das Jahr 2015 war ein sehr bewegtes. Gesellschaftlich, beruflich wie privat sahen sich viele von uns einer direkten Konfrontation mit den eigenen wie strukturellen Grenzen ausgesetzt. Viele griffen diese Konfrontation als Chance auf. Chance zu noch mehr Verantwortung für das eigene Handeln und Unterlassen, für den klugen Umgang mit den planetaren wie auch den individuellen Ressourcen, für das eigene Glück und den Sinn im Leben. Manch andere suchen noch nach dem richtigen Weg, die Ideen und Träume wahr werden zu lassen und die - nun salonfähige - Achtsamkeit, Resillienz und Fokussierung in den Alltag zu integrieren.
 Allen von uns tut es erfahrungsgemäß gut, bei den Entscheidungen und Wegen, klar bezüglich eigener Wünsche und Ziele, Werte und deren Prioritäten zu sein. Unbestritten ist es mittlerweile auch, wie sehr die Mitgestaltung der eigenen Route und des Ziels unser Lebenssinn und Glück befördern. Wer daher Lust und Zeit hat, sich einer Neujahr-Reflexion 2016 zu widmen, findet im Anhang ein paar Fragen, die diese unterstützen mögen.
 
Mit besten Grüßen und Neujahrwünschen & in Vorfreude auf das Wiedersehen, -hören & -lesen,
  Katarzyna Schubert-Panecka                 

Ausblick 2016

die verwandten Themen der Augenhöhe in der Führung, wie in den Organisationen , der Motivation und Führung von Diversität (mit Kybos Training ) wird auch in diesem Jahr in diversen Coachings- und Trainingsmaßnahmen sein. Das Metaziel bleibt daher die Verständigung, mit sich und mit anderen und zwar jenseits fertiger Rezepte, die unserer Individualisierung und Vielfalt zu kurz kämen. Außer diesen Maßnahmen organisiere ich in diversen Kooperationen weitere Informationsabende in der Reihe RECHT TRIFFT MENSCH, die außer dem Thema Rechtliche Vorsorge und Umgang mit Konflikten (mit Stemmer Dienstleistungen ) die Bereiche der Digitalisierung und des Datenschutzes sowie die des Immobilienmarktes und des Bedürfnisses nach Sicherheit aufgreifen werden. Auch zu schreiben und anschließend in diversen Fachzeitschriften zu lesen ist einiges geplant: zum Thema Mediation in Polen, Mediation in Griechenland, zur Online Mediation und beim Osteuropaverein der Deutschen Wirtschaft puncto Herausforderungen der internationalen Zusammenarbeit. Dank dem Portal Academia besteht die Möglichkeit, die meisten Beiträge recht schnell auch online zu lesen. In diesem Sinne auf ein gelebtes und belesenes 2016! 

Rückblick 2015

Am 19. Januar und 20. April führen stemmer:Leistungen RA Stefanie Kowalke, LL.M. und ich eine Informationsveranstaltung für all diejenigen, die das Thema Recht trifft Mensch: Vorsorge und Umgang mit Konflikten interessiert und die eine konkrete Stütze in Form von umfassender Beratung für individuelle Lösungen zum Thema rechtlicher Vorsorge, Konflikt(-prävention) und Mediation erhalten möchten. Wer daher verantwortungsbewusst planen oder bestehende Konflikte angehen möchte, meldet sich am besten noch heute an. Die symbolische Gebühr für den interaktiven Vortrag (in Höhe von 30 €) wird als Spende an den Verein Mehr Menschlichkeit e.V. weitergegeben.

Freunde der Diversität, die sich mit dem Thema Führung von Diversität auseinander setzen und ihre Kompetenzen als Führungskraft weiterentwickeln möchten, könnte das Trainingsangebot von Kybos Training mit Daniel Hetzer und mir interessieren - ab 26. Januar 2015 in Karlsruhe oder bei Ihnen vor Ort.

Am 28. Februar fängt die neue Runde der Fall- und Methodenwerkstätten an - für TrainerInnen, Coaches und MediatorInnen konzipiert, die außer Fortbildungen eine Art Nachsorge durchführen und das Lernpotenzial aus den durchgeführten Prozessen nutzen bzw. sich auf die nächsten Sitzungen konkreter Klienten gestützt vorbereiten möchten.

An dieser Stelle möchte ich auch das besondere Angebot des Forschungskollegen aus der Forschungsgruppe Mediation  Gerd Schmitt vorstellen: Herr Schmitt promoviert im Bereich Mediation und würde gerne bei ein mediatives Verfahren aufnehmen sowie mit den Parteien anschließend ein Interview führen. Für den "Umstand" entfällt den Parteien die Provision, die normalerweise gegenüber der Mediatorin zu entrichten ist. All diejenigen unter Ihnen, die sich daher bis März 2015 an eine konstruktive Konfliktlösung trauen und hierfür eine professionelle Unterstützung seitens Mediatoren benötigen, melden Sie sich bitte möglichst bald hier .

Auch am 9.-10. April 2015 haben Sie als ProjektleiterIn die Möglichkeit, Ihre Kompetenzen im Bereich internationaler Projekte zu vertiefen, indem Sie an der Fortbildung Internationale Projekte teilnehmen, die ich in Kooperation mit IHK BIZ Karlsruhe  und  dem Zentrum für Mediation und Beratung  anbiete.

Aus der Arbeitsgemeinschaft Mediation e.V.  (agm): in der ersten Jahreshälfte findet das nächste Treffen der agm  statt. Interessierte MediatorInnen aus der Technologie Region Karlsruhe (TRK) sind herzlich eingeladen, unsere Gemeinschaft bei der Förderung einer konstruktiven Konfliktlösung und Mediation in der TRK zu unterstützen. 

Außerhalbder üblichen Leistungen möchte ich Sie noch auf den KIT Konzertchor und seinen Freundeskreis aufmerksam machen: „Der Konzertchor und der Kammerchor  des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)  tragen seit mehreren Jahren mit ihren vielbeachteten Konzerten erfolgreich zum universitären und Karlsruher Kulturleben bei. Sowohl Werke der großen Altmeister als auch zeitgenössischer Komponisten werden erarbeitet und aufgeführt.“ Am 22. Februar können Sie sich von dem  KIT Konzertchor mit "Elias" in der evangelischen Stadtkirche in Karslruhe entführen lassen und die am 26. Juli 2015 Canto General beim Karlsruher Fest - Kulturfrühstuck genießen. Und wenn es Ihnen gefällt, unterstützen Sie die beiden Chöre, indem Sie dem Freundeskreis der Chöre  des KIT beitreten. Wir freuen uns auf Sie und danken für die Unterstützung des Freundeskreises!

Last but not least wäre die Empfehlung des Buches von Silvia Richter-Kaupp, Gerold Braun und Volker Kalmbacher Business Coaching Wie man Menschen wirksam unterstützt und sich als Coach erfolgreich am Markt etabliert, die in diesem Werk eine qualitative Einführung und methodische Grundausrüstung für Business Coaches schaffen, die Orientierung und Stärkung derer nur stärken kann.

Aktuelle Artikel

Konstruktive Konfliktlösung statt Gericht - beim Beraternetzwerk Karlsruhe, Sept. 2014 - Teil I und Teil II

Coaching und persönliche Weiterentwicklung & Stärken (PL), Sept. 2014 - Coaching

Das deutsche Mediationsgesetz, Chancen und Hindernisse (PL), Nov. 2014 - Beck

Internationale Unternehmensführung und Konfliktlösung, Nov. 2014 - Wirtschaftsmediation

Transdisziplinäre Erforschung von Mediation - ein Plädoyer, März 2015 - Perspektive Mediation

Rezension

"Alle Macht für niemand. Aufbruch der Unternehmensdemokraten" von Andreas Zeuch - Mach(t)barkeit in Fragen Unternehmensdemokratie. 

Können Sie sich eine Arbeitswelt vorstellen, in der Sie sich und anderen Menschen wahrhaftig zuhören, Ihre und deren Kreativität fördern und entlang der daraus gewonnenen Erkentnisse diese Welt mitgestalten? Eine Welt, in der Ihre Eigenverantwortung und Selbstbestimmung auf der einen und die Corporate Social Responsibility und Mitbestimmung auf der anderen Seite den unternehmerischen wie privaten Alltag gemeinschaftlich kreieren lassen? Mit Raum für Ambiguität und Fehler, für Entwicklung und Genuss? Klingt traumhaft, oder?
Andreas Zeuch nimmt die LeserInnen seines neuen Buches "Alle Macht für niemand. Aufbruch der Unternehmensdemokraten" auf solch eine Reise mit und zeigt, wie manche Unternehmen diese zur Realität gemacht haben. Leicht, mit Schwung und Zuversicht liefert er Beweise dafür, wie unsere Unternehmen demokratisiert werden können und Menschen in ihrer Arbeit ihre Stärken eher ausleben und glücklich werden können, als ihnen das (kritische) Denken abgesprochen oder für übel gehalten wird. In einer anschaulichen Form schildert Zeuch zugleich, wie die Notwendigkeit der Kooperation und Verständigung begriffen und salonfähig wird, wie sie die Existenz mancher Unternehmen rettet und worauf es sich lohnt, bei Demokratisierung von Unternehmen zu achten. Ein sehr empfehlenswertes Werk für alle, die die Zukunftsvisionen unserer Arbeitswelt nicht nur beobachten, sondern auch gestalten wollen.

"Business Coaching: Wie man Menschen wirksam unterstützt und sich als Coach erfolgreich am Markt etabliert" von Silvia Richter-Kaupp, Gerold Brand und Volker Kalmbacher - ein Handbuch für Business Coaches und diejenigen, die es werden wollen. 

Wie die tägliche Arbeit von Silvia Richter-Kaupp, so zeichnet sich auch ihr Buch "Business Coaching" durch Qualität, Struktur und praxisorientierte Anwendung diverser Werkzeuge aus. Ein/e erfahrene Coach findet in diesem Werk einen Impuls zur Überprüfung der eigenen Methodik und Ethik, und kann eventuell neue Wekrzeuge erlernen. Jemand, der sich gerade in die Welt des Business Coachings begibt, bekommt durch die Lektüre des Buches eine solide Vorbereitung und Stütze, die man/frau in der vielfältigen Praxis als Orientierung betrachten kann.
Die Kollegen Volker Kalmbacher und Gerold Braun bereichern das Buch um die Aspekte der Haltung und zwar in zweierlei Hinsicht: wie kann ein/e Business Coach achtsam mit sich selbst und mit den KlientInnen umgehen (Achtsamkeit), wie kann man/frau den Markt betreten und die eigenen Stärken auf die Bedürfnisse der KlientInnen so zuschneiden und anbieten, dass deren Interaktionen zur Weiterentwicklung und Bereicherung führen.
Summa summarum ein sehr empfehlenswertes Werk für Alle, denen Qualität und langfristige Entwicklung wichtig sind, zu dem man/frau mit Freude hin und wieder zurückkehrt.

"Das Stückwerk der Liebe" von Paul Lahninger. Eine gemeinsame Reise. Als ich Paul kennenlernte, wurden mir v.a. seine Trainerkompetenzen klar.
In diesem Werk greift er dennoch auf seine weitere Kompetenzen zu: sich literarisch auszudrücken. Auf dieser gemeinsamen Reise wird eine Begegnung mit dem eigenen Ich möglich; ein Ich, welch durch Geschichte und Sozialisierung bestückt und mehrdimensional bleibt. Als postmoderner Mensch begegnen wir dort aber auch der Geschichte einer österreischen Familie, die die Geschichte der eigenen Familie in einem neuen Licht betrachten und die systemischen Wirkung in derer Kreisen erkennen lassen.
Berührend und verständnisvoll, einfach schön.

„Was wirklich zählt! Leistung, Leidenschaft und Leichtigkeit für Top-Führungskräfte“ ist der aktuellste Ratgeber von Gudrun Happich, der in 2013 beim Springer Gabler Verlag erschienen ist. Insbesondere vor dem Hintergrund des systemisch-konstruktivistischen Gedankenguts ein spannender Titel, der sofort vor der Frage stellt: Wer das „wirklich“ und das „zählen“ definiert und wie der Leser oder die Klientin die unterschiedlich dimensionierte Interaktion auf die eigene Wirklichkeitskonstruktion beeinflussen lässt.
Was die Protagonisten des Buches anbelangt, wird dieser Einfluss relativ schnell geklärt: Samt all den Kompetenzen, die die Autorin durch ihre Sozialisierung in einem Familienunternehmen und langjährige Führungserfahrung erworben hat, begibt sie sich auf die Reise, Menschen in Führungspositionen hin zu ihrer Zufriedenheit zu begleiten. Und überlässt ihnen dabei (überwiegend) auch die Eigenverantwortung, welchen Weg sie dahin wählen und mit welcher Methode aus der bunten Palette auswählen.

Was in an ihrer Arbeit besonders schätze ist, dass Gudrun Happich ihre Helden durch den Prozess der „Wirklichkeitskonstruktion“ geduldig und wertschätzend begleitet; dass sie ihnen viel Zuversicht und Akzeptanz für alles, was ist, schenkt. Durch diese Haltung und klare Struktur sowie Hartnäckigkeit in der Methodik unterstützt sie die Ansprache aller Intelligenzzentren, die in der nachhaltigen Etablierung von neuen Gedanken-Wegen unabdingbar sind.
Besonders spannend finde ich in dem Ratgeber die erwähnten Methodenvielfalt. Daher würde ich den Artikel u.a.wegen ihrer genauen und strukturierten Beschreibung vor allem den westlich geprägten Autodidakten unter den Führungskräften, die sich weiterentwickeln und den Business Coachen, die ihren Methodenkoffer bereichern möchten, sehr empfehlen.
Wovon ich mir weniger gewünscht hätte, wären die sich wiederholenden Beschreibungen.

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Liebe Klientinnen, Partnerinnen und Freundinnen,

Liebe Klienten, Partner und Freunde,  

stets auf der Suche nach einer - für die Ansprache beider Geschlechtern - passenden Lösung vertraue ich auf Ihr Verständnis diesbezüglich und freue mich auf jegliche kreativen Ideen zu einem diversity-sensiblen Umgang hiermit. Dabei: Wissen Sie um die Relevanz unserer Sprache für Gedanken, die wir pflegen und für die soziale Identität, die wir leben? 

Diese Kraft ist immens, da „unsere Seele die Farbe unserer Gedanken annimmt“ und es recht viel Sinn macht, darauf genauer zu achten, wie wir mit anderen Menschen, mit sich selbst sprechen und uns linguistisch das Leben & dessen Wahrnehmung aufbereiten. 

Derweilen - in Würdigung des Vergangenes, in Dankbarkeit für den Augenblick und in Vorfreude auf die Zukunft - möchte ich Ihnen für die Begegnung, für die Zusammenarbeit und das darin zum Ausdruck gebrachte Vertrauen, für alle Impulse und Ideen bis dato vom Herzen danken. Ich wünsche Ihnen Liebsten besinnliche und besonnene Weihnachten, Momente & Begegnungen mit Menschen, die Ihnen wichtig sind (Ihnen selbst inklusive!) sowie Zu-Wendung, Ent-Schleunigung & schlicht viele freudige Ereignisse für das gesamte Jahr 2014. 

Diese Wünsche möchte ich mit dem Gedicht von Nobelpreisträgerin Wislawa Szymborska unterstützen, die den einen oder anderen zu einer Art Inventur des beinahe vergangenen Jahres (wie im Geschäftsleben üblich) und zum Genuss dessen, was ist einladen mögen: 

"Nieczytanie" / "Non-reading" 

Bookstores don´t provide a remote control for Proust, you can´t switch to a soccer match, or a quiz schow, win a Cadillac. 

We live longer but less precisely and in shorter sentences. We travel faster, farther, more often, but bring back slides instead of memories. 

Here I am with some guy. There I guess that´s my ex. Here everyone´s naked. 

Seven volumes - mercy. Couldn´t it be cut or summarized, or better yet put into pictures. 

There was that series called "The Doll," but my sister-in-law says that´s some other P*.

And by the way, who was he anyway. They say he wrote in bed for years on end. 

Page after page at a snail´s pace. But we´re still going in fifth gear and, knock wood, never better. 

* Boleslaw Prus, novelist. 

Heute 

Welcher „Gang“ ist Ihnen am meisten bekannt? Lassen Sie sich durch die äußere Beschleunigung mitnehmen oder „fahren“ Sie eher langsamer, im Bewusstsein für die Endlichkeit unserer Lebensenergie?

Ein temperamentvoller Mensch kann vielleicht weniger den zweiten Gang "fahren", braucht dann aber umso mehr Phasen der Erholung. Haben Sie schon von den sog. Telomeren gehört, die unsere Lebenserwartung steuern und u.a. stressbedingt diese Aufgabe nicht korrekt ausführen können? (vgl. Studie von Elizabeth Blackburn , University of California). Viele von uns werden mittlerweile so stark durch die allgemeine Beschleunigung, Informationsflut und permanente Inanspruchnahme im Beruf als auch durch die sozialen Medien herausgefordert, desorientiert oder schlicht belastet, dass ihre Lebensenergie - wie ein Akku - plötzlich leer wird. In Japan spricht man dann von Karōshi (過労死), an dem jährlich 10.000 Menschen sterben! Hat es - außer der Unsicherheit an vielen Stationen unseres Lebens auch damit zu tun, dass wir in der Welt der sozialen Medien verlernen, mit anderen Menschen zu leben und ihnen Freude zu schenken und auch selbst daraus Freude & Zugehörigkeit zu gewinnen? Was meinen Sie? 

Ich habe für Sie ein paar ersten Schritte in die Richtung, eigene Lebensenergie zu sparen, zusammengestellt, die Sie bereits heute (achtsam) gehen können und zwar indem Sie:

  • Das tun, was Ihnen Freude bereitet und Dankbarkeit in den Alltag integrieren . Je mehr Sachen, Menschen und Gegebenheiten wir in unserem Leben mögen, umso weniger Energie verlieren wir für den inneren Kampf mit den „unsympathischen“ Aspekten dessen. Daniel Goleman  macht in seinem neuesten Buch: Fokus: The Hidden Driver of Excellence“  darauf aufmerksam, wie lebenswichtig die Fähigkeit wird, uns zu fokussieren und achtsam durch das Leben zu gehen. Eine Fähigkeit, die uns dabei unterstützen kann, in der Vielfalt der Impulse, die wir tagtäglich - mehr oder minder bewusst - erfahren, die Störung zu beseitigen und die gesetzten Ziele zu erreichen. 
  • Geben ... 
  • Freunde treffen - Musik hören und selber musizieren - diverse Expressionsarten ausprobieren und nach allgemeinem Wissen auf Ihre Gesundheit achten. 
  • Ihre Ziele positiv formulieren, z.B. Bis zum 11.5.2014 habe ich meine Kondition soweit gestärkt, dass ich bei der 25. Badischen Meile unter 40 Min. das Ziel erreiche. Statt (...) dass ich bis zum Ziel nicht zusammenbreche ... Und sich gegenüber zuverlässig bleiben genauso wie Sie es gegenüber anderen Menschen tun. 
  • Regelmäßig einen Tag der medialen Unerreichbarkeit genießen. Der nächste internationale „Day of Unplugging “ findet zwar erst am 7. - 8. März 2014 statt. Sie können aber natürlich Ihre Medien etwas früher abschalten und damit experimentieren, was passiert, wenn Sie nicht erreichbar sind. Vor allem was passiert in Ihnen selbst ... 
  • Konfliktpotenziale frühzeitig aufgreifen und statt schlaflosen Nächten die Energie in eine konstruktive Konfliktlösung investieren.  

Und wenn Sie für sich gut gesorgt haben, ist vielleicht der Blick in die Zukunft reif? 

Morgen - Ausblick 2014 

Am 3.-4. Februar 2014 haben Sie als ausgebildete/r MediatorIn die Möglichkeit, Ihre Kompetenzen im Bereich grenzüberschreitenden Mediation zu vertiefen, indem Sie an der Fortbildung Cross Border Mediation  teilnehmen, die ich in Kooperation mit IHK BIZ Karlsruhe  und  dem Zentrum für Mediation und Beratung  anbiete. KollegInnen, die mir bereits das Interesse an der Fortsetzung der CBM Fortbildung mitgeteilt haben, möchte ich auf die 2. Jahreshälfte vertrösten. 

Aus der Arbeitsgemeinschaft Mediation e.V.  (agm): am 28. April findet das nächste Treffen der agm  statt. Interessierte MediatorInnen aus der Technologie Region Karlsruhe (TRK) sind herzlich eingeladen, unsere Gemeinschaft bei der Förderung einer konstruktiven Konfliktlösung und Mediation in der TRK zu unterstützen. Einige Mitglieder und auch das Thema Mediation konnten Sie u.a. bei der DIDACTA in Stuttgart kennenlernen, wo wir am 28. März vertreten waren.

Am 3. April wird eine Fortsetzung das Elder Mediation Symposium stattfinden, welches einige Kolleginnen aus dem deutschsprachigen Raum am 26. November 2013 in Bern initiiert haben - weiterlesen . Weitere Termine entnehmen Sie bitte aus dem Bereich Aktuelles .

Gestern - Rückblick - Highlights 

Das Jahr 2013 war reich an Veranstaltungen, die nicht nur den einzelnen Klienten in kleineren Formaten zugute kamen, sondern auch größere Gruppen im mediativen und interkulturellen Bereich begleiten ließen. Ein paar wenige davon, die auch Fortsetzung finden werden, möchte ich Ihnen an dieser Stelle benennen: 

Bei dem 4. Stuttgarter Mediationstag  hatte ich die Ehre, am 18. April das Thema „Mediation und Wissenschaft. Eine Polemik der Disziplinen?“ einzuleiten und zusammen mit den Gästen die aktuellen Entwicklungen und das Interesse für dieses Thema zu erkunden. Im Rahmen des Wissenschaftsfestivals der neuen Generation Effekte durfte ich am 24. Juni das Thema „Mediation: zwischen Wissenschaft und Praxis“ fortsetzen und mit einem interaktiven Vortrag: Mediation zum Anfassen  - Konstruktive Konfliktlösung statt Gericht? das Verfahren einer weiterer Gruppe von Interessenten greifbar machen. In 2014 wird das Thema in Form von wissenschaftlichen Beiträgen zum Thema Mediation für eine deutschsprachige Zeitschrift abgerundet. 

Am 13. und 14. Oktober 2013 haben sich zehn von Mediation begeisterte WissenschaftlerInnen bereits das siebte Mal getroffen und - diesmal in Karlsruhe - über verschiedene Forschungsarbeiten ihrer Mitglieder, interne Projekte sowie die Weiterentwicklung der Forschungsgruppe Mediation  gesprochen. Dieser interdisziplinäre Austausch bot den Teilnehmenden nicht nur die Möglichkeit, in einer Atmosphäre »ohne den roten Stift« die eigene Perspektive auf Mediation und deren Forschung zu erweitern, sondern auch ein kollegiales Feedback zur eigenen Arbeit entgegenzunehmen und methodisch neue Ansätze kennenzulernen. Das achte Forschungskolloquium der ForMed wird am 25.-25. April 2014 in Berlin stattfinden und neue wie auch vertraute WissenschaftlerInnen herzlich willkommen heißen.

Ich freue mich auf Sie und verbleibe mit besten Grüßen, 

Dr. iur. Katarzyna Schubert-Panecka

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Wahrheit in Theorie und Praxis
"Eine Religionsgemeinschaft pflegte ihre Veranstaltungen in einem Hotel abzuhalten, dessen Devise in großen Lettern an den Wänden der Empfangshalte stand: »Es gibt keine Probleme, nur Chancen
Ein Mann trat an die Rezeption und sagte: »Entschuldigung, ich habe ein Problem.« Der Empfangschef erwiderte nachsichtig »Wir kennen keine Probleme Sir, nur Chancen.« »Nennen Sie es, wie Sie wollen«, sagte der Mann ungedulgig, »in dem mir zugewiesenen Zimmer ist eine Frau.«

Was weiß der Frosch vom Ozean (...), A. de Mello, 2002, S. 117.

Liebe Kunden und Kollegen, Partner und Freunde, 
 
samt des Frühlings unter dem Arm begrüße ich Sie und Dich ganz herzlich mit den oben zitierten Worten von Anthony de Mello und der Frage, aus welchem Blickwinkel schaue ich auf meine (Um-) Welt? Wie kreiere ich meine Wirklichkeit, meine Chancen ... und auch Probleme? V.a. in der mediativen Praxis ein großes Thema, in dem es nicht selten um eine neue, andere Perspektive geht ... Eine solche möchte ich mit Ihnen auf das Thema Vertrauen und Wertschätzung  in unserer Kommunikation und in unseren Handlungen gewinnen und lade Sie/Dich ein, ein paar Gedanken mitzuverfolgen. Außerdem lade ich Sie herzlich zu dem (von einigen lang erwarteten - Danke für Ihre/Deine Geduld!) Seminar zum Thema Konflikte konstruktiv lösen  Mediation und mediative Kompetenzen am 20. und 21. April 2012 in Karlsruhe und anderen Veranstaltungen (s. unten), wie z.B. das Treffen der D A CH Fachgruppe Polen  ein.

Mit herzlichen Grüßen und Wünschen für eine vertrauensvolle und gute Zeit,
Dr. iur. Katarzyna Schubert-Panecka
 

Vertrauen  bedeutet unter anderem, sich auf andere Menschen, Dinge und Verhältnisse verlassen zu können. Selbstvertrauen , diese Verlässlichkeit sich selbst gegenüber zu erleben.

Das eine kann im Laufe der Zeit und positiven Erfahrung in der Beziehung mit anderen Menschen entstehen. Das andere wird primär durch ein klar definiertes Selbst und dadurch auch die Selbstgewissheit gefördert. "Will ich das Fremde (...), so muss ich zuallererst mich selbst verstehen" (Roth) bedeutet in d. S. für mich, dass ich erst mein Selbst erfahre, bevor mit der Einübung entsprechender Gewohnheiten eine Zuverlässigkeit, eine Art Nachhaltigkeit entsteht, die ich dann in die Beziehungen mit anderen Menschen übertragen kann. Nach Wolfgang Schmid: weiß ich mit mir selbst umzugehen, wecke ich die Erwartung, mit anderen umgehen zu können. Ich werde aufgrund der Selbsterfahrung vertrauensvoll und durch die Resonanz in den Beziehungen mit meinen Mitmenschen auch vertrauenswürdig. Und das hätten wir wohl alle gerne, da es einen besonderen Aspekt der allgemeinen Würde des Menschen betrifft: Wir fühlen uns gewürdigt, wenn uns oder der Institution, für die wir stehen, Vertrauen geschenkt wird. Und wir fühlen uns entwürdigt, wenn nicht. Für das Gefühl solcher Würdigung wäre dann neben der Klarheit über die eigene Identität, die Identifikation z.B. mit der Insitution wichtig.
 
Inwiefern diese gelingt, zeigt die neueste Gallup Studie  laut welcher es auch in 2011 den Arbeitgebern nicht gelang, ihre Beschäftigte an sich zu binden. Mit der Folge, dass jeder vierter Beschäftigte innerlich gekündigt hat, und nicht weil er/sie mit dem Gehalt oder den Aufgaben unzufrieden wäre. Vielmehr seien hierfür die Führungskräfte verantwortlich, derer Kommunikation und Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten Optimierungsmöglichkeiten aufweist.Was dennoch, wenn sowohl die eigene Identität als auch die zwischenmenschlichen Beziehungen ununterbrochen die Flüchtigkeit erleben? Wenn, wie Prof. Dr. Zygmunt Baumann unterstreicht, Veränderung die einzige Konstante ist und Unsicherheit die einzige Sicherheit? (vgl. Flüchtige Zeiten: Leben in der Ungewissheit von Prof. Dr. Zygmunt Baumann ). Wenn in unseren beruflichen Umgebungen eine ständige Wachsamkeit erforderlich wird und die Beziehungen zu Geschäftspartnern kurzweilig?
Vermehrt melden sich bei mir Klienten, die aufgrund der Krise große Verluste erleben, hin bis zur Insolvenz. Vor allem in grenzüberschreitenden Geschäftskontakten, wo weniger bekannte Handelssitten, Rechtssysteme und Sprachen für Unsicherheit sorgen. Sollten sie dem alten wie auch jedem neuen Geschäftspartner misstrauen oder doch vertrauen? Das Misstrauen bringt mangelnde Achtung und fehlenden Respekt, hin bis zur Geringschätzung zum Ausdruck. Das Vertrauen hingegen lässt einem Menschen Achtung und Respekt zuteil werden und ist Ausdruck einer außerordentlichen Hochschätzung (Schmid). Grundsätzlich vorteilhafter, und dennoch kommen wir ohne ein gesundes Maß an Missvertrauen nicht herum. Gehe ich dennoch in meinem Mißtrauen über das "gesunde Maß" hinaus oder kenne ich mein Selbst, meine kulturelle Identität nicht, so besteht die Gefahr, dass ich auch meinen Mitmenschen immer weniger Vertrauen schenke und letztlich weniger wertschätzend mit ihnen umgehe.Entscheide ich mich, vertrauensvoll und wertschätzend mit meinen Klienten und Partnern, Freunden und Kollegen umzugehen, so gehe ich auf die spannende Reise der Selbstexploration und -reflexion. Unterwegs erlebe ich, dass ein solcher Umgang mit mir selbst und mit anderen Menschen einer Art Zuverlässigkeit und Vertrauen dienen kann. Und - wenn auch in den Zeiten der flüchtigen Moderne "nur" ganz i. S. des Ausdrucks, den ich kürzlich las: "Was war, war wahr. Was wird, wirrt", einer weiterer Klarheit über eigene Identität und Identifikation mit dem, was mich umgibt unterstützen kann.
 
Weitere Veranstaltungen zum Thema der interkulturellen und mediativen Kompetenzen und andere:
 
Interkulturelle und mediative Kompetenzen für Juristen und Insolvenzverwalter In-House Seminare auf Anfrage.
 
Und für die MediatorInnen unter Ihnen ein paar Ideen für Netzwerken, Weiterbildungen und wissenschaftliches Arbeiten:
 
Eine besondere Einladung möchte ich an diejenigen unter Ihnen aussprechen, die sich für die wachsenden deutsch-polnischen Wirtschafts-, Rechts- oder Wissenschaftsbeziehungen interessieren und Ihre mediativen Künste in diesem Bereich vertiefen als auch an der deutsch-polnischen Netzwerkbildung mitwirken wollen. Am 21. April 2012 trifft sich die aus der Fördergemeinschaft Mediation D A CH e.V., Deutschland, Austria, Schweiz  entstandene D A CH Fachgruppe Polen  in Karlsruhe und wird die Themen (I) Mediation und Insolvenz im grenzüberschreitenden Kontext (II) Diversität und Interkulturalität in der Mediation abhandeln. Anmeldung per E-Mail .
 
Sie sind mediativ tätig und arbeiten in einem interkulturellen Kontext? Sensu largo  geht es um mir einen Kontext, in dem diverse kulturelle Prägungen eine Rolle spielen und den Konflikt zwischen den Medianten beeinflussen können. Um diesen Einfluss überhaupt erkennen und gleichzeitig der Gefahr der Kulturalisierung des Konflikt entgehen zu können, lohnt es sich ein Vertiefungsseminar Interkulturell kompetent mediieren  zu absolvieren.
 
Einen Schritt weiter geht das EU-Projekt EuroNetMed  im Rahmen welchen demnächst die Ausbildung zum Cross Border Mediator angeboten wird. Ziel des Projekts ist es einerseits um Herausstellen dessen, ob und welches Spezialwissen in grenzüberschreitenden Mediationen relevant ist und anderseits darum ein internationales Netzwerk aufzubauen. Das nächste Informationstreffen zum Thema Cross Border Mediation  findet in Altenkirchen am 30. März 2012 statt. Bei Interesse bitte per E-Mail  melden.
 
 Ich freue mich, wenn wir uns bei einer solchen oder auch anderer Gelegenheit begegnen. 

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1.   Kompetenz und Ernennung von Mediatoren

1.1. Zuständigkeit

Mediatoren sind sachkundig und kompetent in der Mediation. Sie müssen eine einschlägige Ausbildung und kontinuierliche Fortbildung sowie Erfahrungen mit Mediationstätigkeiten auf der Grundlage einschlägiger Standards oder Zulassungsregelungen vorweisen.

1.2. Ernennung

Der Mediator vereinbart mit den Parteien geeignete Termine für das Mediationsverfahren. Der Mediator vergewissert sich ausreichend, dass er die Vorraussetzungen für die Mediationsaufgabe erfüllt und das seine Kompetenz dafür angemessen ist, bevor er die Ernennung annimmt, und stellt den Parteien auf ihren Antrag Informationen zu seinem Hintergrund und seiner Erfahrung zur Verfügung.

1.3. Bekanntmachung der Dienste des Mediators

Mediatoren können auf professionelle, ehrliche und redliche Art und Weise ihre Tätigkeit bekannt machen.

2. Unabhängigkeit und Unparteilichkeit

2.1. Unabhängigkeit und Objektivität

Der Mediator darf seine Tätigkeit nicht wahrnehmen bzw., wenn er sie bereits aufgenommen hat, nicht fortsetzen, bevor er nicht alle Umstände, die seine Unabhängigkeit beeinträchtigen oder zu Interessenkonflikten führen oder den Anschein eines Interessenkonflikts erwecken können, offen gelegt hat. Die Offenlegungspflicht besteht im Mediationsprozess zu jeder Zeit. Solche Umstände sind

-eine persönliche oder geschäftliche Verbindung zu einer Partei,

-ein finanzielles oder sonstiges direktes oder indirektes Interesse am Ergebnis der Mediation oder

-eine anderweitige Tätigkeit des Mediators oder eines Mitarbeiters seiner Firma für eine der Parteien.

In solchen Fällen darf der Mediator die Mediationstätigkeit nur wahrnehmen bzw. fortsetzen, wenn er sich sicher ist, dass die vollkommene Unparteilichkeit gewährleistet ist, und wenn die Parteien ausdrücklich zustimmen.

2.2. Unparteilichkeit

Der Mediator hat in seinem Handeln und Auftreten den Parteien gegenüber stets unparteiisch zu sein und ist gehalten, im Mediationsprozess allen Parteien gleichermaßen zu dienen. 

3. Mediationsvereinbarungen, Verfahren, Mediationsregelung und Vergütung

3.1. Verfahren

Der Mediator vergewissert sich, dass die Parteien des Mediationsverfahrens das Verfahren und die Aufgaben des Mediators und der beteiligten Parteien verstanden haben. Der Mediator gewährleistet insbesondere, dass die Parteien vor Beginn des Mediationsverfahrens die Vorraussetzungen und Bedingungen der Mediationsvereinbarung, darunter insbesondere die einschlägigen Geheimhaltungsbestimmungen für den Mediator und die Parteien, verstanden und sich ausdrücklich damit einverstanden erklärt haben. Die Mediationsvereinbarung wird auf Antrag der Parteien schriftlich niedergelegt. Der Mediator leitet das Verfahren in angemessener Weise und berücksichtigt die jeweiligen Umstände des Falls, einschließlich einer ungleichen Machtverteilung und des Rechtsstaatsprinzips, eventueller Wünsche der Parteien und der Notwendigkeit einer raschen Streitbeilegung.

Die Parteien können unter Bezugnahme auf vorhandene Regeln oder anderweitig mit dem Mediator das Verfahren vereinbaren, nach dem die Mediation vorgenommen werden soll. Der Mediator kann die Parteien getrennt anhören, wenn er dies für nützlich erachtet. 

3.2. Faires Verfahren

Der Mediator stellt sicher, dass alle Parteien in angemessener Weise in das Verfahren eingebunden sind. Der Mediator kann das Mediationsverfahren gegebenenfalls beenden und kann die Parteien davon in Kenntnis setzen, wenn er aufgrund der Umstände und seiner einschlägigen Urteilsfähigkeit die vereinbarte Regelung nicht für durchsetzbar oder für vorschriftswidrig hält oder er der Meinung ist, dass eine Fortsetzung des Verfahrens aller Voraussicht nach nicht zu einer Regelung führen wird.

3.3. Ende des Verfahrens

Der Mediator ergreift alle erforderlichen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass eine einvernehmliche Einigung der Parteien in voller Kenntnis der Sachlage erzielt wird und dass alle Parteien die Bedingungen der Regelung vorstehen. Die Parteien können sich jederzeit aus dem Mediationsverfahren zurückziehen, ohne dies begründen zu müssen. Der Mediator kann auf Antrag der Parteien im Rahmen seiner Kompetenz die Parteien darüber informieren, wie sie die 

Vereinbarung formulieren können und welche Vorraussetzungen erfüllt sein müssen, damit sie vollstreckbar ist. 

3.4. Vergütung 

Soweit nicht bereits bekannt, gibt der Mediator den Parteien stets vollständige Auskünfte über die Kostenregelung, die er anzuwenden gedenkt. Er nimmt kein Mediationsverfahren an, bevor nicht die Grundsätze seiner Vergütung durch alle Beteiligten akzeptiert wurden. 

4. Vertraulichkeit

Der Mediator wahrt die Vertraulichkeit aller Informationen aus dem Mediationsverfahren oder im Zusammenhang damit und hält die Tatsache geheim, dass die Mediation stattfinden soll oder stattgefunden hat. Es sei denn, er ist gesetzlich oder aus Gründen der öffentlichen Ordnung zur Offenlegung gezwungen. Informationen, die eine der Parteien dem Mediator im Vertrauen mitgeteilt hat, dürfen nicht ohne Genehmigung an andere Parteien weitergegeben werden. Es sei denn, es besteht gesetzliche Pflicht zur Weitergabe.

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